1473 - 96
Eroberten die Spanier die Kanarischen Inseln und brachten die ersten wilden Kanarienvögel in ihr Mutterland. Diese unter dem Namen "Zuckervögelchen" bekannten und beliebten Sänger wurden erstmalig von Mönchen nachgezüchtet. Dieses war der Anfang der Haustierwerdung unseres Kanarienvogels.16. u 17.
Jahrhundert brachte die Ausbreitung des Kanarienvogels über Italien und Tirol nach Europa. Bei weiteren Nachzuchten treten bereits geringfügige Gefiederaufhellungen auf, die zunächst Schecken und später durch bewuße Zuchtauswahl die gelben Kanarienvögel brachten. Auch weiße Vögel traten auf, die jedoch wieder verloren gingen.
vor 1685
Entstanden in Frankreich 2 Züchtungen, welche später unter dem Namen "Lizard" und "London- Fancy" bekannt wurden. Der letztere dieser Neuzüchtungen starb jedoch wieder aus.
vor 1700
Trat bei einem bayrischen Züchter durch Mutation, was eine plötzliche Erbanlagenveränderung bedeutet, an Stelle der schwärzlichen Melaninstrichelung eine braune Strichelung auf.
um 1700
Trat ebenfalls durch Mutation bei dem Amsterdamer Bürgermeister, Herrn Crover, ein Kanarienweibchen auf, das statt des vollschwarzen Melanins eine Verdünnung desselben zeigte. Auch diese Spielart, die unter dem Namen "Achat " bekannt ist, starb wieder aus.
u m 1870
Kamen die bereits schon einmal aufgetretenen weißen Kanarienvögel bei einem Züchter in Ostpreußen wieder zum Vorschein. Diese Farbe ist unter "Dominant Weiß" bzw.Deutschweiß auch jetzt noch bekannt.
um 1900
Traten abermals die schon im 17. Jahrhundert gezüchteten achatfarbenen Kanarien auf. Dies geschah bei dem holländischen Züchter Helder. Da diese Melaninverdünnung auch auf die Braunvögel übertragen werden konnte, traten hierdurch die ersten Isabellen auf.
um 1908
Entstanden in Neuseeland die ersten "Englischweißen"
Kanarien ,
welche ihrer Vererbung wegen auch "Rezessiv- Weiß"
genannt werden.
um 1915
Entdeckten die Züchter Balser aus Fulda und Dams aus Königsberg, daß einige männliche Mischlinge aus der Verpaarung Feuerzeisig x Kanarienweibchen fruchtbar sind. Bruno Matern aus Ostpreußen erkannte und nutzte die Möglichkeit, so rote Kanarien zu züchten.
1949
Mutierte aus einem grünen Gesangskanarienstamm in Fürth / Bayern die Opal- Eigenschaft, bei der es sich um eine Verdünnung der Melanine handelt.
1950
Erschien in dem Isabellkanarienstamm des Herrn Kollen, in Holland, durch eine Mutation der Lipochrompastellfaktor. Dieser lässt die Farbe rot in rosa und gelb in elfenbein erscheinen. Diese Eigenschaft wurde bis heute schon in alle Farbspielarten eingezüchtet,und heißt jetzt "Ivoor".
1956
Trat auch in Holland ein Pastellfaktor auf, der sich lediglich auf die Melaninzeichnung auswirkt und hier eine Verdünnung hervorruft. Diese Eigenschaft ist unter "Melaninpastell" bekannt.
1963
Erschien aus der Kombination von Grün x Melaninpastell und Kupfer x Melaninpastell die Grauflügeleigenschaft. Diese Grauflügel sind bis heute aber noch relativ selten geblieben.
1966
Erschien in der Zucht eines Belgischen Kanarienzüchters eine neue Mutation, die die Phaeo - Eigenschaft genannt wird. Diese rotäugigen Vögel sind keine Albinos, da sie noch Phaeomelanine besitzen.
1970
Dieses Jahr bescherte uns die Mutation "Satinet". Es handelt sich auch bei dieser Eigenschaft um eine melaninbetreffende Angelegenheit. Es sind rotäugige Vögel mit dem teilweisen Fortfall der dunklen Pigmente.
Dieneuesten Melanin-Farbspielarten heißen "Topas" "Eumo" "Onyx" und "Kobalt", die allerdings genetisch noch nicht voll erforscht sind.
Vergessen wir nie, daß die Natur
immer für Überraschungen gut ist. Es kann Jahre dauern, bis
etwas Neues da ist oder schon morgen im Nest liegen. In diesen
Sinne
" Gut Zucht "